Kukushka - Der Kuckuck
Rußland 2002, Laufzeit: 97 Min., FSK 12
Regie: Alexander Rogozhkin
Darsteller: Anni-Kristina Usso, Wiktor Bychkow, Ville Haapasalo
Der Kuckuck, schreibt der Brockhaus, " ist ein Brutparasit in Singvogelnestern. Die Kuckuckseier sind denen der Wirte in Größe und Farbe sehr ähnlich, so dass die Wirtsvögel das Ei ausbrüten. Der nackte Jungvogel wirft die Eier oder Jungen des Wirtsvogels aus dem Nest und wird allein aufgezogen."Nicht viel anders verhält es sich mit den beiden Kuckuckseiern, die der Krieg der jungen Samin Anni ins Nest legt: Zunächst den russischen Korporal Ivan, der der antisowjetischen Propaganda angeklagt, bei einem Flugzeugangriff der Haft seiner Landsleute schwer verletzt entfliehen kann. Dann den finnischen und somit im September '44 noch mit der nationalsozialistischen Armee alliierten Scharfschützen Veiko, den die Deutschen zur Strafe für seinen verräterischen Pazifismus gut sichtbar im Feindesland an einen Felsen gekettet haben. Doch zwei Kuckuckseier sind eins zuviel. Logische Konsequenz: Es reicht nicht aus, dass der Krieg Annis Mann bereits vor vier Jahren vor die Tür gesetzt hat, nein, zwischen Ivan und Veiko geht der Kampf um die Vormachtstellung an der Lebensquelle weiter. Dabei liegen Ivan und Veiko in ihrer Grundeinstellung gar nicht weit voneinander entfernt. Hier der Russe mit seiner Vorliebe für Naturpoesie und köstliche Pilze. Dort der studierte Finne, der sich allein nach einer Sauna sehnt. Und mittendrin die Samin, der es nach Jahren der Abstinenz unterm Gürtel brennt. Allein: Das babylonische Sprachgewirr macht die friedliebenden Absichten immer wieder zunichte - und zu allem Überfluss kommt auch noch Eifersucht ins Spiel.Schmal ist der Grat, auf dem nicht nur die Protagonisten in der von allerlei Missverständnissen aufgeladenen Stimmung, sondern auch die Sprach- und Situationskomik des Films wandern. Doch im Gegensatz zu den enervierenden Machwerken des späten Kusturica, versteht es Regisseur Rogoshkin seine geradezu theatralische Konstellation geschickt und wohl pointiert durch alle erdenklichen Abgründe zu schiffen - um zu guter Letzt die Welt mit weiteren Kuckuckseiern zu beglücken.
(Lars Albat)
Der Filmfrühling ist angebrochen
Die erste Jahreshälfte startet mit bedeutenden Filmfestivals – Vorspann 04/25
Filmischer Feminismus
Das IFFF 2025 in Köln – Festival 04/25
Über die Todesangst
„Sterben ohne Gott“ im Filmhaus – Foyer 03/25
Alles für die Musik
Publikumspremiere von „Köln 75“ im Cinenova – Foyer 03/25
Schlechte Zeiten?
Merz im März und ernste Kost im Kino – Vorspann 03/25
Mit Trauer umgehen
„Poison – Eine Liebesgeschichte“ im Odeon – Foyer 02/25
Gute Zeiten
Wie lang darf ein Film sein? – Vorspann 02/25
Bittersüße Dystopie
„Ein schöner Ort“ in der Aula der KHM – Foyer 01/25
Zeit-Fragen
Symposium der dokumentarfilminitiative im Filmhaus – Foyer 01/25
Parthenope
Start: 10.4.2025
Ernest Cole: Lost and Found
Start: 17.4.2025
Oslo Stories: Liebe
Start: 17.4.2025
Quiet Life
Start: 24.4.2025
Toxic
Start: 24.4.2025
Volveréis – Ein fast klassischer Liebesfilm
Start: 1.5.2025
Oslo Stories: Träume
Start: 8.5.2025
Wenn das Licht zerbricht
Start: 8.5.2025
Kino als Empathie-Maschine
Warum wir Kino in Zukunft mehr brauchen denn je – Vorspann 01/25
Mission: Impossible – The Final Reckoning
Start: 21.5.2025
Oslo Stories: Sehnsucht
Start: 22.5.2025
Das Kanu des Manitu
Start: 14.8.2025
Stark durch Solidarität
„Billige Hände“ im Filmhaus – Foyer 12/24
Übers Ankommen in Deutschland
„Zwischen Sein und Nichtsein“ von Leocadie Uyisenga – Film 12/24
Toleranz zum Jahresende
Mit Kino zu mehr Empathie finden – Vorspann 12/24
Tron: Ares
Start: 9.10.2025